| UP Lhotse |
Der UP Lhotse (die Leichtversion des Kibo) ist auf dem Papier genau der richtige Kandidat für ein Upgrade für mich: mid-B Einstufung, und mit 3.3kg in Grösse M genau das gleiche Gewicht wie mein jetziger Schirm. Ein guter Grund, den Schirm (nach dem Mentor 4 Light) einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Vielen Dank an Annalena von UP für die rasche Organisation eines Demoschirms, so konnte ich das nächste freie Wochenende bei traumhaften Herbstwetter gut nutzen. Insgesamt habe ich mit dem Schirm in Summe ca. 5h airtime genossen: Hangsoaring in Meduno, Thermik am Radsberg, sowie 3 Hike+Fly Touren in Gemona und den heimischen Nockbergen.
Start
| Leichtwind-Handling |
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| Gipfelstart am Wöllaner Nock |
Mit leichtem Impuls auf den inneren A-Leinen (die äussere Leine ist separiert zum Ohrenanlegen) steigt die Kappe sauber und kann über die Bremsen gut gesteuert werden. Ein wichtiger Punkt für exponierte Alpinstartplätze, so soll es sein! Starkwind-Starts konnte ich keine testen.
Die weichen Stäbchen erlauben auch eine klassische Packmethode ohne Zellenpacksack, für mich sehr sympatisch und gerade am Berg praktisch. Das Packmass ist im Vergleich zu anderen vollwertigen Schirmen dieser Grösse auf der kleineren Seite, in meinem Flex Wendegurtzeug hat der Schirm sauber gepackt problemlos Platz, samt Softshelljacke, Handschuhen und Überhose.

Flug
| Soaring-Vergnügen |
Kleine Turbulenzen werden durch rascheln der Ohren angezeigt, ansonsten ist die Kappe sehr stabil, obwohl ich mit ca. 88kg in der Mitte des Gewichtsbereichs von 75-100kg unterwegs war. Während meiner Testzeit hatte ich nur einen einzigen Seitenklapper mit ca. 50%, ohne merkbare Auswirkung auf die Flugrichtung.
| Schöne Ausblicke |
Die Kappe selbst ist eher weich abgestimmt und arbeitet etwas in sich, vermutlich werden dadurch kleinere Schläge gedämpft und führen in Summe zu einem sehr entspanntem Flugverhalten. Im Vergleich dazu habe ich den Mentor 4 Light deutlich anders in Erinnerung: eine sehr harte, kompakte Kappe, an der oberen Gewichtsgrenze geflogen, ergibt in Summe eine Federung wie in einem Sportwagen. Für die Performance ist das sicher positiv, auf Dauer habe ich aber unter dem Lhotse sicher weniger Stress empfunden.
Die Pitchdämpfung empfinde ich (wie beim Mentor 4) als hoch, ein Aufschaukeln über die Bremsen ist mir nicht wirklich gelungen. Dies scheint ein konstruktives Merkmal zu sein, um in stark thermischen Bedingungen die Tendenz zum Schiessen unter Kontrolle zu halten.
Im Gegensatz dazu ist die Rolldämpfung für mein Empfinden sehr ausgewogen: Wingover bis 90 Grad sind sehr rasch zu erfliegen und machen richtig Spass. Der Masala war für einen A-Schirm hier schon ok, aber mit dem Lhotse geht das noch deutlich einfacher. Trotzdem ist im Normalflug (auch beschleunigt) keinerlei Tendenz zu Pendelbewegungen festzustellen, sehr angenehm.
| Die Eintrittskante schnappt nach Luft |
Während der Testphase konnte ich einige Toplandungen durchführen, durch die hohe Laufruhe des Schirms war dies von Anfang an ein problemloses Maneuver. Leinen sortiert, aufgezogen, und weiter geht's.
Die grossen Beschleuniger-Rollen zahlen sich aus, auch auf einem Leichtschirm: mit wenig Kraftaufwand ist der Schirm halb- bzw. vollbeschleunigt zu fliegen. Gefühlt ist die Kappe auch voll durchgetreten noch sehr stabil, ob das in heftiger Frühjahrsthermik auch so ist kann ich nicht beurteilen. Der Geschwindigkeitszuwachs ist allerdings etwas geringer als etwa beim Mentor, hier muss man Abstriche machen.
